Das Österreich-Modell hat an deutschen Tankstellen das Preisniveau erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt der Automobilclub ADAC bei seiner Analyse des seit Anfang April geltenden Regelung, die nur noch einmal täglich um 12 Uhr eine Preiserhöhung erlaubt. Die Mineralölkonzerne kalkulierten dabei offenbar einen höheren Risikoaufschlag ein, der im Tagesverlauf nur langsam abschmilzt.
Der ADAC-Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen zufolge stiegen die Preise in den ersten zweieinhalb April-Wochen jeweils um 12 Uhr deutlich an. Super E10 verteuerte sich dann im Schnitt um gut neun Cent je Liter, Diesel um 10,5 Cent. Anschließend sanken die Preise bis in den frühen Abend langsam wieder. Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken liegt kurz vor Mittag.
Ziel der Regelung war es, das Tanken für Autofahrer besser planbar zu machen. Der ADAC hatte allerdings bereits vor Einführung davor gewarnt, dass die eingeschränkte Flexibilität bei Preiserhöhungen zu höheren Aufschlägen führen könnte. Diese Befürchtung sieht der Club nun bestätigt. Auch unter Autofahrern stößt das Modell laut einer Umfrage überwiegend auf Ablehnung. Nur 21 Prozent der Befragten begrüßten die neue Regelung, 42 Prozent äußerten sich ablehnend.
